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Zwei häufig vorkommende Darmparasiten des Kaninchens
A) Kokzidien
Kokzidien sind einzellige Parasiten aus der Gruppe der Amöben, die bei bis zu 90 Prozent
aller Hauskaninchen vorkommen. Der Befall der Kaninchen - die sogenannte Kokzidiose - ist
unter allen Haltungs- und Nutzungsformen zu erwarten, besonders anfällig sind Jungtiere im
Alter von 6-12 Wochen. In Abhängigkeit davon, ob die Kokzidien in der Leber und in den Gallengängen
oder im Darm vorkommen, unterscheidet man die Leber- und Gallengangskokzidiose von der Darmkokzidiose.
Im Verlauf beider Kokzidioseformen scheiden die befallenen Kaninchen Kokzidieneier mit ihrem Kot aus.
Durch die Aufnahme dieses Kotes (Kaninchen fressen zur Vitaminversorgung ihren Blinddarmkot) bzw. durch die
Aufnahme von Futter und Trinkwasser, das mit diesem Kot verseucht ist, können sich andere Kaninchen infizieren.
Die von ihnen aufgenommenen Kokzidieneier entwickeln sich wiederum zu Kokzidien, der Infektionszyklus beginnt erneut.
Im Kot weitgehend vor äußeren Einflüssen geschützt sind Kokzidieneier bis zu einem Jahr infektionstüchtig. Unterstützend
hierfür wirkt das Verhalten der Kaninchen, ihren Kot meist an derselben Stelle absetzen.
Die Gefahr einer Kokzidieninfektion wird somit wesentlich erhöht durch feuchte, dunkle Ställe, unsauberes
Futter- und Trinkgeschirr (v.a. Näpfe) und eine zu hohe Besatzdichte (zu viele Tiere auf zu engem Raum) der
Stallungen. Eine Einschleppung von Kokzidien in einen gesunden Kaninchenbestand erfolgt häufig durch neu
hinzukommende Tiere, die vor ihrer Einstallung keiner Quarantäne bzw. Behandlung unterzogen wurden.
An Darmkokzidiose erkrankte Kaninchen weisen eine mangelnde Gewichtzunahme (Kümmerer) bzw. einen Gewichtsverlust
auf, zeigen Appetit- und Teilnahmslosigkeit und leiden unter Fell- und Verdauungsstörungen
(Durchfall, harter aufgeblähter Bauch). Die Sterblichkeit der erkrankten Tiere ist hoch.
Die klinischen Anzeichen einer Leber-und Gallengangskokzidiose sind entsprechend. Bei den hieran erkrankten
Kaninchen lassen sich außerdem Merkmale einer Leberentzündung (vergrößerte und verhärtete Leberregion, Gelbsucht)
feststellen, die Verdauungsstörungen äußern sich eher in Verstopfung als in Durchfall. Es kann zu plötzlichen Todesfällen
ohne vorherige Krankheitsanzeichen kommen.
Sowohl Darm- als auch Leber- und Gallengangskokzidiose lassen sich gut mit Sulfonamiden
(einer speziellen Gruppe von Antibiotika) behandeln. Diese werden nach einem bestimmten Zeitschema oral
(also über das Futter bzw. Trinkwasser oder direkt ins Maul) verabreicht. Zusätzliche Gaben von Vitamin A
können den Heilungsverlauf beschleunigen. In hartnäckigen Fällen muß die Behandlung mit wechselnden Präparaten
mehrmals wiederholt werden.
Zur Vorbeugung der Kokzidiose sollte bei jedem neu erworbenen Kaninchen unabhängig von Einzel- oder Gruppenhaltung eine
Kotuntersuchung durchgeführt werden. Hierbei nachgewiesene Kokzidieneier gelten gleich in welcher Anzahl immer als
krankheitsbeweisend. Als Kokzidienträger bestimmte Tiere sollten konsequent tierärztlich behandelt werden und bis zur
vollständigen Ausheilung (das heißt im Kot sind keine Kokzidieneier mehr nachweisbar) unter Quarantäne, also ohne Kontakt
zu gesunden Kaninchen gehalten werden.
B) Passaluren
Passaluren sind bestimmte Zwergfadenwürmer, die im Blind- und Dickdarm der Hauskaninchen parasitieren.
Der Befall - die sogenannte Passalurose -wird bei bis zu 30 % aller Kaninchen in der Hobby-, Wirtschafts-
und Laborhaltung angenommen.
Befallene Kaninchen scheiden ansteckungsreife Wurmeier mit ihrem Kot aus. Wie bei der Kokzidiose auch kommt
es über diesen Kot bzw. über Futter und Trinkwasser, das mit diesem Kot verseucht ist, zur Infektion anderer Kaninchen.
Die Passalurose kann zu einer spürbaren Beeinträchtigung der Gewichtszunahme und Futterverwertung von infizierten
Kaninchen führen. Nur bei sehr starkem Befall zeigen die Tiere Juckreiz am Darmausgang, Durchfall und Abmagerung.
Der Nachweis der Passalurose erfolgt über die Bestimmung der Wurmeier mit einer Kotuntersuchung. In einigen
Krankheitsfällen werden nicht nur Wurmeier, sondern ganze Würmer ausgeschieden, die sich im Kot als kleine weißliche
Gebilde erkennen lassen.
Die Behandlung der Passalurose wird mit einem handelsüblichen Entwurmungsmittel, das nach einem bestimmten Zeitschema
oral verabreicht wird, durchgeführt.
Zur Vorbeugung der Passalurose gelten die gleichen Regeln wie zur Vorbeugung der Kokzidiose:
Bei jedem neu erworbenen Kaninchen sollte Kot untersucht werden. Infizierte Tiere sollten konsequent tierärztlich behandelt
werden und nur nachgewiesen parasitenfreie Tiere sollten mit gesunden Kaninchen in Kontakt kommen.
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